Was eine Abschlussfahrt ausmacht
Mit 15 oder 16 Jahren wollen Jugendliche mitreden, wohin es geht und was sie dort erleben. Gleichzeitig soll die Fahrt mehr sein als ein Kurzurlaub: Viele Schulen verbinden sie mit Themen aus Geschichte, Politik oder dem Fremdsprachenunterricht.
Bewährt hat sich ein Programm aus festen Bausteinen am Vormittag und Freizeit in Kleingruppen am Nachmittag oder Abend. So bleibt Raum für eigene Entdeckungen, ohne die Aufsichtspflicht aus dem Blick zu verlieren.
Ziele in Deutschland
Eine Klassenfahrt nach Berlin ist für Abschlussklassen ein Klassiker: Reichstagsgebäude, Gedenkstätte Berliner Mauer, Denkmal für die ermordeten Juden Europas und Museumsinsel machen Geschichte greifbar. Abends bietet die Hauptstadt reichlich Möglichkeiten für eine Klasse, die selbstständig unterwegs sein will.
Ebenfalls beliebt sind Hamburg mit Hafen und Speicherstadt, München mit dem Deutschen Museum, Nürnberg mit dem Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände sowie Weimar mit den Wirkungsstätten von Goethe und Schiller und der Gedenkstätte Buchenwald. Wer Natur bevorzugt, findet in der Sächsischen Schweiz oder im Allgäu Ziele mit Klettern, Wandern und Bergtouren.
Ziele im Ausland
- London – Tower, Westminster und British Museum; Englisch wird vom Unterrichtsfach zur Alltagssprache. Mehr dazu unter Klassenfahrt London.
- Amsterdam – Grachten, Rijksmuseum und das Anne Frank Haus als bewegender Ort für den Geschichtsunterricht. Mehr unter Klassenfahrt Amsterdam.
- Prag – Karlsbrücke, Prager Burg und Altstädter Ring; für viele Schulen im Osten und Süden Deutschlands gut zu erreichen.
- Barcelona – Sagrada Família, Park Güell und Strand; ein Ziel für Klassen mit langem Atem bei der Anreise. Details unter Klassenfahrt Barcelona.
- Krakau – Altstadt und Wawel, dazu die Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau, deren Besuch gründlich vorbereitet sein sollte.
- Rom – Kolosseum, Forum Romanum und Petersdom; ideal, wenn Latein oder Geschichte auf dem Stundenplan stehen.
Die Klasse mitentscheiden lassen
In der 10. Klasse ist Mitbestimmung besonders wichtig. Sammeln Sie die Wünsche, prüfen Sie sie auf Machbarkeit und Kosten und stellen Sie dann zwei oder drei Ziele zur Wahl.
Legen Sie dabei offen, was jedes Ziel bietet und was es ungefähr kostet. Eine Fahrt, die sich die Klasse selbst ausgesucht hat, wird auch dann ein Erfolg, wenn nicht jeder Wunsch in Erfüllung geht.
Auch der Zeitpunkt will überlegt sein: Manche Schulen fahren nach den Abschlussprüfungen, wenn der Druck nachlässt, andere bewusst zu Beginn der 10. Klasse, um die Gemeinschaft für das letzte Jahr zu stärken. Beides hat seine Vorteile.
Programm und Regeln für Jugendliche
Klären Sie vor der Fahrt schriftlich, was beim Ausgang, bei der Nachtruhe und beim Thema Alkohol gilt. Die Regeln der Schule gehen vor – auch dann, wenn das Gesetz Jugendlichen in diesem Alter manches bereits erlauben würde.
Freizeit in Gruppen von mindestens drei Personen, feste Treffpunkte und ein Handy pro Gruppe mit der Nummer der Begleitlehrkraft haben sich bewährt. Lassen Sie die Regeln von Eltern und Jugendlichen unterschreiben, damit im Ernstfall alle wissen, woran sie sind.
Anreise mit dem Bus
Fährt der ganze Jahrgang gemeinsam, bietet sich ein Doppeldeckerbus mit 66–83 Plätzen oder eine Kombination mehrerer Busse an. Eine einzelne Klasse reist bequem im Clubbus, zwei Klassen nehmen zusammen einen Reisebus.
Bei weiten Zielen wie Barcelona oder Rom sind die gesetzlichen Lenk- und Ruhezeiten zu beachten; je nach Strecke fährt ein zweiter Fahrer mit. Den Preis für Ihre Strecke zeigt der Sofortpreis, sodass Sie ihn direkt in die Kalkulation übernehmen können.
Bilden Sie für jedes Ziel, das zur Wahl steht, ein kleines Team aus der Klasse, das es recherchiert und vorstellt. Wer ein Ziel selbst präsentiert hat, fährt mit mehr Vorfreude und Verantwortung los.